Ende des 19. Jahrhunderts gelangten die Ideale der Turnbewegung immer mehr ins Bewußtsein der Bevölkerung - auch bei den 4000 Einwohnern Böckingens. So wurde am 18. April 1890 von 42 turnbegeisterten Männern die Turngemeinde Böckingen gegründet, die durch den 1. Vorsitzenden August Bauer und den 1. Turnwart Georg Maisak geleitet wurde. Geturnt wurde zunächst im Sandhofgarten von Turnfreund Kiel. Bald stellte die Gemeinde jedoch dem Verein den an der Straße nach Heilbronn gelegenen Festplatz für seinen Turnbetrieb zur Verfügung. Wegen des Baus des Rangierbahnhofs musste dieser Platz bald darauf mit der Lehmgrube vertauscht werden. Der Verein entwickelte sich rasch: Noch 1890 erfolgte die Aufnahme des Vereins in den Unteren Neckarturngau, am 5. Juli 1891 richtete man das Gauturnfest aus. Zwei Vorsitzende prägten in den 90er Jahren die Struktur des Vereins: Ab 1893 Adolf Glotz und ab 1897 Rudolf Schübel. Mit dem Anwachsen der Mitgliederzahl kam auch der Wunsch nach einer Turnhalle auf, zu diesem Zweck gründete man 1984 eine „Turnhallenbaukasse“. Als 2. Abteilung kamen 1898 die Sänger hinzu - Dirigent war Lehrer Vollmer. Durch diese Abteilung erfuhr das Leben des auf 225 Mitglieder anwachsenden Vereins eine erhebliche Förderung. Das 10-jährige Jubiläum wurde zusammen mit der Fahnenweihe am 17. Juni 1900 in feierlichem Rahmen begangen. Dabei übergab Elise Mezger die von ihr hergestellte Fahne an Fahnenträger Heinrich Schnepf. 1902 wurde ein Trommler- und Pfeiferkorps gegründet. Im Jahr 1903 nahm der Verein zum erstenmal mit 12 Personen am Deutschen Turnfest in Nürnberg teil.

Von 1903 bis 1905 wechselte der Vorsitz von Rudolf Schübel über Gustav Tabler zu Gustav Eberle, der den Verein in hervorragender Weise die nächsten 18 Jahre führen sollte. Neben den sportlichen Erfolgen bei Kreis- und Gauturnfesten entwickelte sich der Verein auch personell stetig weiter. Am 1. März 1908 begann das Frauenturnen bei der Turngemeinde unter der Leitung von Ernst Reinhardt. 1908 wurde wieder das Gauturnfest in Böckingen veranstaltet, bei dem das Vereinsturnen unter der erfahrenen Leitung von Oberturnwart Georg Maisak sein hohes Niveau beweisen konnte. Als weitere Sparte des Vereins entstand 1912 eine Fußballabteilung. Memento mori! In stiller Ehrfurcht wollen wir in freudigen Jubiläumstagen all jener Männer gedenken, die in unseren Reihen unvergessen bleiben sollen: Die Bannerträger von Herz zu Herz im Sinne unseres Turnvaters Jahn, nämlich die Gründer unserer Turngemeinde Böckingen im Jahre 1890: G. Feyerabend, F. Mogler, Gg. Maisack, G. Schnepf, J. Mogler, G. Speckmaier, A. Schaal, E. Großmann, G. Eberle, W. Hagele.

Der 1914 ausgebrochene Weltkrieg brachte bittere Rückschläge für die blühende Entwicklung des Vereins. 230 Mitglieder zogen ins Feld, von denen 39 nicht mehr zurückkehrten. In den Kriegsjahren wurde das Vereinsleben vor allem durch die Jugend und ältere Turnfreunde aufrechterhalten. Dank der Treue vieler Mitglieder konnten die schlimmen Kriegsjahre und die politisch bedingte Vereinskrise nach dem Ende des Krieges überwunden werden, so daß aus den folgenden Jahren wieder Erfreulicheres zu vermelden war. Eine hohe Ehrung wurde Oberturnwart Georg Maisak zuteil, der nach 28 Jahren erfolgreicher Vereinstätigkeit zum Ehrenoberturnwart ernannt wurde. Ihm folgte Gottlob Großmann im Amt nach. Die Gauturnfeste 1919 und 1920 fanden unter großer Beteiligung in Heilbronn und Böckingen statt, wobei letzteres von der Turngemeinde im Zusammenhang mit dem 30-jährigen Vereinsjubiläum om 17. - 19. Juli ausgerichtet wurde.

Das Jahr 1923 brachte einen denkwürdigen Wechsel in der Vereinsführung. Nach 18 Jahren verantwortungsvoller Führung des Vereins übergab Gustav Eberle sein Amt an Christian Schnepf und wurde in Würdigung seiner hohen Verdienste zum Ehrenvorsitzenden ernannt. ie Lehmgrube, der seit Jahrzehnten vertraute Turnplatz, musste wegen Inanspruchnahme urch die Gemeinde geräumt werden, so dass der Verein gezwungen war, einen eigenen Turnund Sportplatz zu erwerben. Das 85 Ar große Gelände auf der Jahnheide wurde gekauft. Durch Eigenleistungen und Gemeinschaftsarbeit vieler Turnfreunde konnte die Platzanlage geschaffen nd 1926 mit dem Bau des Turnerheims begonnen werden. Neben der gewaltigen Arbeitsleistung entwickelte sich der Verein auch sportlich weiter. Mit Wilhelm Reichert gelangte ein Turner des Vereins bis in die Spitzenklasse und erreichte bei allen Turnfesten vordere Plätze. Höhepunkt war seine Teilnahme mit der Deutschlandrieqe am Eidgenössischen Turnfest in Genf 1925. Auch die Gerätemannschaften des Vereins turnten in jenen Tagen in der württembergischen Spitzenklasse. Ein herausragendes Ereignis in diesen Jahren war ohne Zweifel die Platzweihe am 12. Juli 1927 zur Fertigstellung der vereinseigenen Platzanlage mit Turnerheim. Im nächsten Jahr wurde Gottlob Großmann nach Jahren des Erfolgs von Albert Wagner als Oberturnwart abgelöst. Das Deutsche Turnfest 1928 in Köln brachte dem Verein die bislang größte portlichen Erfolge. Vom 16. - 19. August 1939 wurde das 40-jährige Vereinsjubiläum in Verbindung mit kreisoffenen Wettkämpfen begangen, an den über 500 Einzelsportler teilnahmen. 1932 übergab Oberturnwart Albert Wagner sein Amt an Erich Wehrbach. Wieder kam der Verein mit seiner 66 Mann starken Riege beim Deutschen Turnfest in Stuttgart 1933 zu mehreren ersten Plätzen. Im Herbst 1933 kam es zu einer zwangsweisen Verschmelzung der Vereine TG, TV Jahn und DJK unter dem Namen Turngemeinde „Jahn“. Vereinsführer wurde Dr. Naser, der sein Amt jedoch im März 1934 zur Verfügung stellte und den Vereinsvorsitz an den bewährten Vorstand Christian Schnepf übergab. Mit den neugebildeten politischen Organisationen des NSDAP bekam der Turnbetrieb starke Konkurrenz, so daß die Mitgliederzahl immer mehr schrumpfte. So kam man zum 45-jährigen Vereinsjubiläum am 19. April 1935 nur zu einer schlichten Feier im Turnerheim zusammen. Letzte große Veranstaltung vor dem 2. Weltkrieg war die 10-jährige Platzweihe am 8. August 1937, bei der sich über 1000 Wettkämpfer beteiligten. Große Erfolge waren auch vom Deutschen Turnfest in Breslau 1938 zu vermelden.

Mit Beginn des 2. Weltkrieges wurden alle wehrfähigen Männer eingezogen, so daß nur die ganz jungen und die alten Turner den Sportbetrieb fortführten. Dieser flaute während der Kriegsjahre immer weiter ab, dem Luftangriff im September 1944 fiel ein Teil Böckingens zum Opfer. Unter den Toten befand sich auch das Gründungsmitglied Georg Maisak. Mit der Kapitulation am 8. Mai 1945 verbot die amerikanische Besatzungsmacht sämtliche Sportvereine. Diese harte Maßnahme wurde 1946 wieder aufgehoben. Die Vereinsarbeit lebte sofort wieder auf unter der Leitung von Fritz Häußler, Albert Kurz und Otto Ehmann. Eine außerordentliche Hauptversammlung am 19. April 1947 stellte den Verein auf ein neues Fundament. Dabei wurde Turnfreund Lieber zum Vereinsvorsitzenden gewählt. In den Abteilungen der Fußballer, Sänger, Tischtennisspieler und Turnerinnen entstanden neue Aktivitäten. Im Mai 1950 wurde Otto Ehmann von Wilhelm Reichert als Oberturnwart abgelöst. Nach dem 2. Weltkrieg wurde auch die schon 1926 gegründete Handballabteilung wieder ins Leben gerufen, jedoch leider nur für eine kurze Zeit.

Das 60-jährige Jubiläum vom 5.-13. August 1950 war ein sportlicher und gesellschaftlicher Höhepunkt, wobei das Jubiläumsspiel zwischen der TG Böckingen und dem VfR Heilbronn ausgetragen wurde. Gotthilf Lieber, seit 6 Jahren Vereinsvorsitzender legte am 31. Januar 1953 sein Amt aus beruflichen Gründen nieder. Zu seinem Nachfolger wurde einstimmig Kurt Schellenberger gewählt, der für die nächsten 30 Jahre die Geschicke des Vereins lenken sollte. In diesem Jahr wurde auch das Vereinsheim vergrößert: Ein angrenzendes Grundstück wurde gekauft und ein 185 qm großer Saal an das Vereinsheim angebaut, der am 30. Juni 1956 als Turn- und Festhalle eingeweiht wurde. Damit war dank unermüdlichen Einsatzes zahlreicher Vereinsmitglieder die Voraussetzung für Turn- und Festveranstaltungen im eigenen Vereinsheim gegeben. Im Zuge der Erweiterung wurden im Untergeschoß Umkleide- und Waschräume für die Sportler geschaffen. Sechs Jahre später, in der Nacht zum 6. Februar 1962, brach ein Brand im Vereinslokal aus, der einen Schaden von ca. 20.000 DM in Lokal und Saal verursachte. Wieder waren es einige ältere TG-Mitglieder, die sich freiwillig an den Reparaturarbeiten beteiligten. In diesem Zusammenhang wurden auch die Belüftungs- und Beleuchtungseinrichtungen verbessert. Übernommen wurde der Schaden durch die Württ. Gebäudebrandversicherung. Nach Fertigstellung der Platzanlage 1962/63 durch die Stadt Heilbronn wurde zu Ehren der Toten eine Gedenkstätte geschaffen, die in Anwesenheit aller Böckinger Stadträte von Pfarrer John eingeweiht wurde. Die Gesangsabteilung unter der Leitung von Erich Wehrbach trug zur musikalischen Umrahmung der Feier bei. Über all die Jahre hinweg stellte der Verein immer die Breitenarbeit und den Gedanken der Geselligkeit in den Vordergrund - Ziele, denen sich auch im 75. Jubiläumsjahr die 430 Mitglieder und 80 Jugendlichen verbunden fühlten. Am 5.Mai 1963 wurde auf die Initiative von Christian Schnepf im Vereinsheim Jahnheide die damalige Lehmgrubenriege gegründet (heutige Altenkameradschaft). Alfred Schell sen. erklärte sich auf die Bitte von Christian Schnepf bereit die Abteilungsleitung zu übernehmen. Bereits am 17. Juli 1963 führte die aktive Abteilung mit 36 Teilnehmer ihren ersten Ausflug ins Kochertal durch. Im Jahr 1965 wurde unter der Federführung des ersten Vorsitzenden Kurt Schellenberger das 75-jährige Vereinsjubiläum gefeiert. Der Festabend fand am 26. Juni in der Jahnheide statt. Es folgte eine Festwoche mit Aktivitäten aller Abteilungen auf der Jahnheide. Eingebunden in die Jubiläumswoche war das 50 jährige Bestehen unserer Fußballabteilung mit Turnierspielen für Jugendliche, Aktive und alte Herren unter der Federführung von Abteilungsleiter Willi Marian und Jugendleiter Helmut Hassis. Höhepunkte waren dabei das Spiel unserer AH gegen den SSV Reutlingen AH und das Jubiläumsspiel der ersten Mannschaft gegen die TG Heilbronn am abschließenden Festsonntag. Das Vereinsheim „Jahnheide“ mit dem Saal stand auch nach dem Jubiläum im Mittelpunkt des Vereinsgeschehens. Dort traf man sich zu den Versammlungen, zum Fasching und zu den Weihnachtsfeiern für Kinder und Erwachsene. Wichtig für die Entwicklung des Vereins war auch die Fertigstellung der Fritz- Ulrich-Turnhalle im Herbst 1969, die an drei Abenden von der TG Böckingen belegt werden konnte. Mit der Fertigstellung des dortigen Lehrschwimmbeckens anfangs 1970 konnten auch erstmals Schwimmkurse für Kinder angeboten werden.

Großes Thema dieses Jahrzehnts war immer die geplante Verlagerung der Sportanlage auf die Schanz. Aufgenommen wurde das Thema auch von der Heilbronner Stimme, in den Jahren 1971 und 1972 fanden intensive Gespräche dazu mit der Stadt Heilbronn unter der Leitung von Bürgermeister Erwin Fuchs statt. Nach der Erläuterung der Planungsüberlegungen durch den Baubürgermeister Herbert Haldy sah der damalige Vorsitzende Kurt Schellenberger die Zukunft der TG schon ganz deutlich auf der Schanz. Planungen mit Kostenvoranschlag sollten bei der Stadt eingereicht werden. Als neue Abteilung kam nun Volleyball dazu, 1971 als Unterabteilung der Turner gegründet, entstand am 14.03.1974 die selbstständige Volleyball-Abteilung unter der Leitung von Klaus Steiner. Die neue Sporthalle der Heinrich-von-Kleist Realschule bot nun der Volleyball und der Tischtennis-Abteilung optimale Trainingsmöglichkeiten. Am 30. Dezember 1972 wurde erstmals eine Winterfeier außerhalb der Jahnheide durchgeführt. Größte Attraktion in der Frankenbacher Festhalle war der Auftritt der Bundesliga Kunstturnmannschaft aus  Neckarsulm. Im Rahmen der Feier wurde Oberturnwart Eugen Tress zum Ehrenmitglied ernannt. Am 16. Januar 1974 legte man auf der Turnratsitzung ein erstes eigenes Raumprogramm für die Schanz fest. Geplant waren Rasenspielplätze, Tennisplätze, Leichtathletikanlagen, ein neues Sportheim mit Gaststätte, Nebenzimmer, Saal, Kegelbahnen, Geschäftsstelle und ein Trimmraum. Am 10.06.1974 wurde vom damaligen OB Dr. Hans Hoffmann eine Planung zur Verlagerung der TGB zugesagt. Als nächstes entstand eine Großsporthalle im Zuge des Baus des Elly-Heuss-Knapp- Gymnasiums auf der Schanz – eingeweiht mit einer großen Sportschau am 21. September 1974. Nach der Einweihung des Böckinger Bürgerhauses 1975 fand am 10. Januar 1976 erstmals die Winterfeier dort statt. Ein weiterer Schritt auf die Schanz war die Einweihung der Außensportanlagen der Schanzsporthalle im Frühjahr 1977. Den damalige Vorständen Kurt Schellenberger, Gerhard Carle und Oberturnwart Herbert Tabler gelang es durch Verhandlungsgeschick, eine Nutzungsvereinbarung über die ganze Anlage auszuhandeln, die seit dem 12.12.1978 bis jetzt ihre Gültigkeit hat. Nach vielen Erfolgen der Abteilungen klang das Jahrzehnt am 22.11.1979 mit einer großartigen Turn-Show einer chinesischen Turnmannschaft vor 1300 Zuschauern in der Schanz-Sporthalle aus.

Das kleine Jubiläumsjahr zum 90jährigen Bestehen des Vereins wurde am 28. Juni 1980 auf der Jahnheide feierlich begangen, Sportlerehrungen und die Durchführung des Gaukinderturnfestes ergänzten die Feierlichkeiten. Sportlicher Höhepunkt des Jubiläumsjahrs war die Durchführung des Bundesligafinales der Turner auf der Schanz am 6. u. 7. Dezember, als die KTV Heilbronn/Neckarsulm unter der Beteiligung der Böckinger Turner Jürgen Reinert, Horst Theuss und Ralf Bauer Deutscher Meister wurde. Am 13.Mai 1983 ging das Amt des ersten Vorsitzenden nach dreißig Jahren von Kurt Schellenberger auf Markus Hehn über, der dies aber aus gesundheitlichen Gründen nur ein Jahr innehatte. Im Mai 1985 übernahm Gerhard Carle den Vereinsvorsitz, Stellvertreter wurde Herbert Tabler. Sportliches Highlight in dieser Zeit war die Ausrichtung des internationalen DTB Pokals der BNationalmannschaften mit Mannschaften aus mehreren Kontinenten. Als neue Abteilung kam 1988 die Karate-Abteilung unter der Leitung von Arne Henklein dazu, die sich gleich positiv entwickelte. Wie ein roter Faden zog sich das Thema Verlagerung auf die Schanz durch die Vereinsgeschichte: Am 13.Mai 1982 beschloss der Gemeinderat die Verlagerung, die TG gründete einen Planungsausschuss. 1988 wurde der Bebauungsplan von Gemeinderat und Regierungspräsidium genehmigt, Architekt K.H. Losch wurde mit der baulichen Planung beauftragt, Vereinsheim, Gymnastikhalle und Tennishalle sollten ca. 4,5 Millionen DM kosten. Auf Bestreben von Herbert Tabler beschloss der Gemeinderat parallel dazu einen Bebauungsplan für eine Wohnbebauung des Sportgeländes Jahnheide. Die Stadt erwarb notwendiges Gelände auf der Schanz für das dortige Projekt.

Das Hundertjährige Jubiläum war mit einer Vielzahl von gesellschaftlichen und sportlichen Höhepunkten gespickt: Der Festabend am 30. Juni im Bürgerhaus, das Volleyball-Vierländer-Turnier der Damen-Nationalmannschaften am 4. August 1990 in der Schanzhalle mit letztmalig einer bundesdeutschen und ostdeutschen Mannschaft, der Länderkampf der Kunstturnfrauen, bei dem erstmalig nach der Wende eine gesamtdeutsche Mannschaft an den Start ging. Zum Negativen veränderten sich die Planungen für die Schanz-Verlagerung. Einige Anlieger hatten gegen den Bebauungsplan ein Normenkontrollverfahren eingeleitet, das bis zum Bundesverfassungsgericht ging. Im weiteren Verlauf kam es zu einem endgültigen Aus für den Bebauungsplan. Das Vorhaben wurde aber von Verein und Stadt weiter verfolgt. Parallel dazu führte man von 1994 bis 1996 Fusionsgespräche mit der Union Böckingen, meist unter der Leitung von Gerhard Carle und Herbert Tabler. Die Gespräche wurden im Frühjahr erfolglos beendet.Im gesellschaftlichen Bereich enwickelte sich der Verein durch integrative und abteilungsübergreifende Ferienfreizeiten für Kinder und Jugendliche weiter, die ab 1992 an unterschiedlichen Orten wie Rügen, Sylt oder Füssen durchgeführt wurden. Auch Integrationsprogramme für Aussiedler bereicherten das Programm. Die Böckinger Vereine rückten näher zusammen, so wurde ein gemeinsames Ferienprogramm der Vereine im Sommer 1994 gestartet. In den Neunzigern waren einige Todesfälle zu betrauern. So verstarb 1993 im Alter von 91 Jahren der früherer, langjährige Oberturnwart Wilhelm Reichert, im nächsten Jahr folgte im Alter von 76 Jahren der langjährige Erste Vorsitzende und Ehrenvorsitzende Kurt Schellenberger. 1996 verstarb der langjährige Oberturnwart Eugen Tress. Mit herausragenden sportlichen Veranstaltungen ging das Jahrzehnt zu Ende: In der Zeit vom 25.-27. Juli 1997 die Ausrichtung der deutschen Kunstturnmeisterschaft der Männer, am 7.Januar 1999 die Turn Gala des Schwäbischen Turnerbundes verbunden mit der Unterländer Sportlerehrung. In der Zeit vom 14. - 18. Juli 1999 feierte die Tischtennis-Abteilung mit einer Festwoche ihr 50jähriges Bestehen.

Das neue Jahrtausend begann wieder mit einer Turngala am 7. Januar – ein Feuerwerk der Turnkunst in der Schanzhalle – gefolgt von der Winterfeier im Bürgerhaus und einer Kinder- und Jugendsportschau auf der Schanz. Bei der Jahreshauptversammlung am 12. Mai 2000 übergab Gerhard Carle den Vereinsvorsitz an Herbert Tabler, Sven Protzer wurde zum zweiten Vorsitzenden gewählt, Gerhard Carle zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Zusammen mit dem Böckinger Ring und der Stadt nahm die TGB auch wieder Fusionsgespräche. Nach dem Abwinken der SKG und der DJK waren ESV und Union die Gesprächspartner, wieder verliefen die Gespräche erfolglos und wurden im Sommer 2001 eingestellt. Im Rahmen eines Entwicklungsplanes für Schanz West, bei dem es um die Standortfrage unserer Sportanlage ging, konnte man sich letztlich nicht auf einen endgültigen Standort einigen. Mit einem kleinen Festwochenende wurde am 20. und 21. Juli 2002 das 75jährige Bestehen des Sportplatzes Jahnheide gefeiert. Ein sportlicher Höhepunkt war der Länderkampf im Trampolinspringen Deutschland gegen Russland am 21. November in der Schansporthalle. Veränderungen waren auch in der Geschäftsstelle zu verzeichnen: Katja Szpak wurde von Markus Gross als neuem Geschäftsführer abgelöst. Herauszuheben ist die Ausrichtung der Deutschen Meisterschaften im Geräteturnen im Jahr 2003, wobei Fabian Hambüchen mit 15 Jahren seinen ersten Wettkampf für die Aktiven turnte und diesen Wettbewerb auch gewann. Zu den hervorragenden Sportveranstaltungen des Jahres 2004 gehörten auch die Deutschen Meisterschaften im Trampolinspringen am 19. und 20. Juni. Große Aufregung auch bei den Turnern entstand wegen der geplanten Kürzungen der Sportförderung durch die Landesregierung. Zur Abschlusskundgebung eines Sternmarsches auf die Jahnheide trafen sich ca. 800 Turner,um gegen die geplanten Maßnahmen zu demonstrieren. Die nächsten zwei Jahre brachten wieder schöne sportliche Veranstaltungen: Das Frauen-Volleyball-Länderspiel in der ausverkauften Schanzhalle und das Fußball-Freizeitturnier während der Fußball WM 2006. Verabschieden mussten wir uns in den folgenden Jahren von einigen verdienten Mitgliedern. So verstarb Roland Kühner am 6.April 2007, unser Ehrenvorsitzender Gerhard Carle am 8. Februar 2008. Sehr betroffen waren wir auch vom Ableben Martin Bauers am 4. Februar 2009 und unseres amtierenden stellvertretenden Vorsitzenden Gerhard Schnepf am 23. Dezember 2009. Eine neue Standortanalyse für die Verlagerung auf die Schanz in enger Kooperation mit dem WLSB ergab die Planung für einen Sportplatz und ein Vereinsheim mit Sportvereinszentrum. In den Turnrat folgte nach einigem Wechsel am 27. März 2011 Wolfgang Hafner als stellvertretender Vorsitzender. Vorausgegangen war eine Protestkundgebung hinsichtlich der unbefriedigenden Situation beim Thema Verlagerung auf die Schanz. Der damalige Bürgermeister Harry Mergel sagte hier seine Unterstützung zu. Eine Wende in der Jahrzehnte andauernden Debatte um die Zukunft des Vereins brachte dann eine Initiative der Fußballabteilung, die dem Hauptverein am 11.Juli 2011 ihre Bereitschaft zur Fusion mit dem ESV signalisierte. Im weiteren Jahr wurden mehrere Fusionsgespräche geführt, auch mit der Stadt unter Federführung von Harry Mergel. Überschattet wurde diese Zeit durch den Tod des Ehrenmitglieds und langjährigen Tischtennis-Abteilungsleiters Werner Habermaier am 5.11. 2011. Im darauffolgenden Jahr 2012 konnte die Fusion durch positve Abstimmungen bei der ESV und der TGB besiegelt werden. Endlich konnten konkrete Planungen erfolgen, die zum Ziel hatten: Modernisierung der jetzigen „Jahnheide am See“, Bau eines Sportvereinszentrums auf der Schanz und Verkauf des Geländes an der Grünewaldstraße. Sportlicher Höhepunkt 2012 war das Landesturnfest in Heilbronn vom 17.-20 Mai 2012, bei dem sich die Turngemeinde mit 200 Helfern bei der Übernachtung und Durchführung von Wettkämpfen einbringen konnte. Am 18.März 2013 konnte der Verkauf der alten Jahnheide zu einem Preis von € 3 Millionen notariell besiegelt werden. Eine kleine Abschiedsfeier am 8. März auf der alten Jahnheide und eine offizielle Feier mit geladenen Gästen am 22. März begleiteten den Umzug „an den See“. In den Osterferien erfolgte der Umzug der Geschäftsstelle in den Kreuzgrund 44. Das Jahr 2013 war geprägt von Gesprächen und Verhandlungen der Vereinsleitung, wobei Wolfgang Hafner und Georg Schmieg mit eigenständigen Aufgabenbereichen hinzugezogen wurden. Mit unterschiedlichen Informationsveranstaltungen für Mitglieder und Anlieger wurden die nächsten Schritte zur endgültigen Umsiedlung und zum Bau des Sportvereinszentrums gegangen. Eine Mitgliederinformation am 24.Mai 2014 und die abschließende Beschlussfassung zum Bau des Sportvereinszentrums am 11. Juli 2014 brachten die letztendliche Entscheidung und rmöglichten weitere konkrete Vorgehenweisen. Bei dieser Mitgliederversammlung wurden Herbert Tabler als Vorsitzender und Sven Protzer als stellvertretender Vorsitzender für weitere zwei Jahre gewählt. Das Projekt Sportvereinszentrum schreitet voran, so dass voraussichtlich im März der erste Spatenstich erfolgen kann auf dem Gelände auf der Schanz, dessen Kauf am 14.10.2014 notariell vollzogen wurde. Damit kommt ein langer, mühsamer Prozess zur Sicherung der Zukunft der Turngemeinde doch noch zu einem glücklichen Ende. Eine weitere Veränderung verzeichnet die Geschäfsstelle. Hier ist seit Januar 2015 Tim Lamsfuß als neuer hauptamtlicher Geschäftsführer tätig.


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